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Auf Ukrainisch wechseln?

Wie man eine Website übersetzt, ohne Rankings zu verlieren

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In den letzten Jahren stand für viele Website-Betreiber die Frage der Uebersetzung ihrer Webseiten ganz oben auf der Agenda. In diesem Artikel erklaeren wir, wie man das aus SEO-Sicht richtig macht, ohne dabei Rankings zu verlieren.

Im Juli 2019 wurde in der Ukraine ein Gesetz verabschiedet, wonach alle Computerprogramme, die für die breite Nutzung bestimmt sind, eine Benutzeroberflaeche in der Landessprache haben müssen. Andere Sprachversionen sind erlaubt, allerdings muss die ukrainische Version für die Buerger des Landes standardmaessig geladen werden und mindestens genauso viel Inhalt bieten wie die anderen Versionen.

Die wichtigsten Punkte aus dem Gesetz für Website-Betreiber

Für Website-Betreiber sind folgende Bestimmungen des Gesetzes relevant:

  • Websites und Seiten von Unternehmen, die Waren in der Ukraine vertreiben, müssen eine ukrainische Version haben, die standardmaessig geoeffnet wird;
  • Internetauftritte von Medien sowie staatlichen und kommunalen Unternehmen, die in der Ukraine registriert sind, müssen in der Landessprache betrieben werden;
  • auf den Websites auslaendischer Handelsunternehmen, die in der Ukraine taetig sind, muss die ukrainische Version ebenfalls zuerst geladen werden;
  • Computerprogramme, die in der Ukraine verkauft werden, müssen eine Benutzeroberflaeche auf Ukrainisch und/oder Englisch sowie in anderen offiziellen EU-Sprachen haben.

Folgen bei Nichteinhaltung des Gesetzes

Warum sollte man seine Website uebersetzen, und was passiert, wenn man es nicht tut? Bei Nichteinhaltung des Gesetzes droht ein Bussgeld von zweihundert bis dreihundert steuerfreien Mindestbetraegen (ein steuerfreier Mindestbetrag entspricht 17 UAH), wenn der Verstoss zum ersten Mal begangen wird. Falls sich der Vorfall innerhalb eines Jahres wiederholt, betraegt das Bussgeld fuenfhundert bis siebenhundert steuerfreie Mindestbetraege.

Jeder Buerger der Ukraine kann eine Beschwerde wegen eines Gesetzesverstoesses einreichen. Das ist innerhalb von sechs Monaten ab dem Zeitpunkt der Feststellung des Verstoesses möglich. Für die Prüfung der Beschwerden ist der Beauftragte für den Schutz der Landessprache zustaendig. Er leitet die Untersuchung von Verstoessen ein, erstellt Protokolle und erhebt Bussgelder von den Verstoessern. 

Wenn man gegen das Gesetz verstossen hat, hat man 30 Kalendertage Zeit, um den Verstoss zu beheben. Andernfalls werden Sanktionen verhängt.

Bei fehlender ukrainischer Website-Version und erstmaliger Prüfung der Beschwerde betraegt das Bussgeld 3.400 bis 6.800 UAH. Spaeter kann dieser Betrag auf 8.500 bis 11.900 UAH steigen, wenn der Betreiber nicht auf die Verwarnung reagiert.

Was Website-Betreiber wissen sollten

Die Einhaltung des Sprachgesetzes bringt zusaetzliche Kosten für die Erstellung von Sprachversionen der Website mit sich, erschwert die Administration und den technischen Support und erfordert auch einen gewissen Aufwand für die Befuellung der Seiten mit Inhalten. Ausserdem besteht aus SEO-Sicht das Risiko eines Trafficverlusts.

Gleichzeitig ergeben sich für Unternehmen aber auch einige Vorteile:

  • Vermeidung von Reputationsschaeden;
  • Ausdruck von Kundenloyalitaet;
  • Gewinnung neuer Nutzer;
  • Vermeidung von Bussgeldern.

Die Uebersetzung von Websites kann also einen erheblichen Nutzen bringen.

Wie man eine Sprachversion der Website richtig implementiert

Erfahrene SEO-Experten raten dringend davon ab, eine rein einsprachige Website zu erstellen. Der Grund dafür liegt in der Dominanz bestimmter Sprachsemantiken. Eine kluge Loesung ist eine mehrsprachige Website.

Tipp! Für die Erstellung einer neuen Sprachversion der Website verwendet man am besten eine Testdomain. Mit einem Reserveserver lassen sich Fehler (die unweigerlich auftreten werden) viel leichter beheben.

Möglichkeiten zur Organisation mehrsprachiger und multiregionaler Websites:

  1. Auf verschiedenen Domains. Die optimale Variante für Unternehmen, die Waren vertreiben oder Dienstleistungen in mehreren Ländern anbieten. Natuerlich muss man dafür einiges in den Kauf von Domains investieren.
  2. Auf Subdomains. Diese Loesung ist beliebt bei internationalen und nationalen Unternehmen mit Niederlassungen in verschiedenen Regionen. Sie ermöglicht die Erstellung einer unbegrenzten Anzahl von Domains — einfach, aber kostspielig in Sachen Promotion.
  3. Über Unterverzeichnisse. Eine sehr verbreitete Methode zur Aufteilung einer Website in Sprachversionen. Sie zeichnet sich durch Einfachheit sowie Wirtschaftlichkeit bei Administration und Promotion aus.

1. Änderungen auf einer Testversion der Website umsetzen

Wie bereits erwaehnt, verwendet man für die Erstellung einer neuen Sprachversion am besten eine Testdomain. So kann man in Ruhe alle Fehler beheben und die notwendigen Anpassungen vornehmen. Wichtig ist, dass die Testversion von der Indexierung ausgeschlossen ist. Wenn man dann bereit ist, auf die Hauptversion umzuziehen, sollte man nicht vergessen, die .htaccess-Datei vorzubereiten — die zusaetzliche Konfigurationsdatei des Apache-Webservers und ähnlicher Server. Wenn sich dabei die URL einer Seite ändert, muss auch ein Redirect 301 eingerichtet werden. Das ermöglicht es, die zuvor aufgebaute Linkmasse zu erhalten. Falls man befuerchtet, dass etwas schiefgehen könnte, sollte man vor der Migration ein Backup der Website erstellen.

Es gibt Situationen, in denen es an der Zeit ist, die neue Sprachversion zu aktivieren, aber einige Seiten noch nicht uebersetzt sind. In diesem Fall muss man sie von der Indexierung ausschliessen. Das geht so: Im <head>-Bereich des Codes jeder Seite traegt man das Meta-Tag <meta name=”robots” content=”noindex, follow”> ein.

Achtung! Viele Nutzer machen einen häufigen Fehler: Um das Crawlen der Website durch Suchmaschinen zu stoppen, verwenden sie die Direktive “disable” in der robots.txt-Datei der Testdomain. Zwischen Crawlen und Indexierung besteht jedoch ein riesiger Unterschied. Und die robots.txt-Datei hat mit der Indexierung ueberhaupt nichts zu tun.

Die optimale Loesung ist: Waehrend die Uebersetzung auf der Testdomain laeuft, die Seite mit einem Passwort schützen. So verhindert man, dass Seiten gecrawlt werden, die gar nicht oder nur teilweise uebersetzt sind. Denn Seiten, die nicht vollstaendig uebersetzt sind, werden als Duplikate erkannt. Und eine grosse Anzahl von Seiten mit identischem Inhalt, aber unterschiedlichen Adressen signalisiert den Suchmaschinen, dass die Website qualitativ minderwertig ist.

2. URL-Struktur für die Sprachversionen der Website erstellen

Wenn man sich für die dritte Methode der Sprachaufteilung (über Unterverzeichnisse) entschieden hat, sollte man versuchen, die Struktur der Website beizubehalten und die URLs der anderssprachigen Seiten mit einem eigenen Unterverzeichnis zu bilden.

Und zwar so:

  • DE-Version – https://websitename.ua/
  • DE-Version – https://websitename.ua/de/

Und umgekehrt:

  • Originalversion – https://websitename.ua/ru/
  • DE-Version – https://websitename.ua/

Genauso sollte man mit den sprechenden URLs verfahren: einfach das Unterverzeichnis /de hinzufuegen. Zum Beispiel: divany-uglovye und de/divany-uglovye.

3. Die Sitemap.xml ergaenzen

Die Seiten der neuen Sprachversion, die man vorrangig anzeigen moechte, müssen zur Sitemap hinzugefuegt werden. Das ist eine Liste aller Seiten im XML-Format, die vom Suchmaschinen-Crawler gescannt werden können. Diese Massnahme verbessert die Indexierung der Website erheblich.

Eine weitere Möglichkeit: Man erstellt eine separate Sitemap und fuegt sie in der Google Search Console hinzu, um die Ergebnisse zu verfolgen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass die XML-Datei den Anforderungen von sitemaps.org entsprechen muss und die Sitemap regelmäßig automatisch aktualisiert werden sollte.

Sprachversionen auf einer Website kann man mithilfe einer Sitemap im XML-Format kennzeichnen.

Das wird umgesetzt, indem man folgende Elemente zur XML-Sitemap hinzufuegt:

  • <loc> zur Kennzeichnung der Seiten-URLs;
  • <html:link> mit einer Liste der URLs aller Sprach- und Regionalversionen;
  • Sprach- und Laendercodes (wie bei hreflang).

Ein Beispiel eines sitemap.xml-Ausschnitts ist auf dem Bild zu sehen.

Hier steht “ru” für die russischsprachige Seite und “uk-ua” für die ukrainische Uebersetzung.

4. Sprachattribute einrichten

Damit die Suchmaschine alle Sprachversionen einer Seite korrekt erkennen kann, muss jede Version Sprachinformationen im HTML-Code enthalten. Das erreicht man, indem man im <head>-Bereich der Seiten ein <link>-Element im Format <link href=”url” hreflang=”sprache-region” rel=”alternate”/> hinzufuegt. Der Parameter des hreflang-Attributs ist der jeweilige Sprach- oder Regionscode.

Für die Bezeichnung der Sprachen wird der Code ISO 639-1 verwendet. Regionen werden mit dem Code ISO 3166-1 Alpha 2 gekennzeichnet.

Im HTML-Element <head> jeder Seitenversion muss ein Satz von <link>-Elementen mit URLs auf alle Varianten dieser Seite implementiert werden, einschliesslich der Seite selbst. Für die Platzierung alternativer Seitenversionen können separate Domains, Subdomains oder Unterverzeichnisse verwendet werden.

Zum Beispiel:

Hier steht “ru” für die russischsprachige Seite für jede Region, und “uk-UA” für die ukrainischsprachige Seite für ukrainische Nutzer.

Für Nutzer aus Ländern, in deren Sprache die Website nicht uebersetzt wurde, wird ebenfalls eine Standardseite festgelegt. Meistens ist das die Startseite, auf der die Auswahl von Region und Sprache angeboten wird.

Dafür wird folgender x-default-Wert des hreflang-Attributs verwendet: <link href=”httpc://example.com/” hreflang= “x-deafault” rel=”alternate”/>.

Viele Nutzer machen bei der Einrichtung eine Reihe von Fehlern. Am häufigsten sind die falsche Bestimmung des Sprach- und Laendercodes sowie fehlende aktive Links auf die Ausgangsseite.

Nach der Uebersetzung der Website kann man sie mit folgenden kostenlosen Tools testen:

5. Regeln für die interne Verlinkung

Damit die Nutzung der Website komfortabel bleibt, sollte man folgende Regeln für die interne Verlinkung beachten:

  • der Sprachumschalter (der auch Links zu anderen Seitenversionen für eine bessere Indexierung enthaelt) sollte gut sichtbar platziert sein;
  • beim Wechsel der Sprachversion muss der Nutzer auf die identische Seite gelangen.

Zum Beispiel:

https://matroluxe.ua/

https://matroluxe.ua/ua

Diese Empfehlungen gelten auch für diejenigen, die eine Verlinkung von Domains oder Subdomains planen (vorausgesetzt, die Strukturen der Ressourcen weisen keine Unterschiede auf).

6. Feinheiten der Uebersetzung

Wie bereits erwaehnt, muss gemaess dem Gesetz auf der uebersetzten Version genauso viel Inhalt vorhanden sein wie auf den anderen. Wer sich also für die Uebersetzung seiner Website entscheidet, hat eine ordentliche Aufgabe vor sich.

Was alles uebersetzt werden muss:

  • die Hauptelemente der Website (Header, Navigation, Footer usw.);
  • Textinhalte (Produkt- oder Dienstleistungsbeschreibungen, Artikel);
  • SEO-Inhalte (Titles, Descriptions usw.);
  • verschiedene Vorlagen (z. B. für die Texterstellung);
  • Chats, Pop-ups und anderes.

Man kann eine Website automatisch uebersetzen. Dafür erstellt man einen Klon der Ressource und schliesst einen API-Uebersetzer an. Die zweite Variante ist, alles manuell über Google-Tabellen zu machen. Das ist zwar zeit- und arbeitsintensiver, dafür aber genauer. Denn die automatische Uebersetzung enthaelt immer Fehler, die anschliessend nochmals ueberprueft werden müssen. Gleichzeitig ermöglicht der API-Uebersetzer eine schnelle Verarbeitung grosser Informationsmengen.

Die dritte Möglichkeit ist, professionelle Uebersetzer zu beauftragen. Man findet sie auf verschiedenen Freelancer-Plattformen, in spezialisierten Agenturen und Uebersetzungsbueros. Allerdings kann diese Methode ganz schoen ins Geld gehen.

Nach der Uebertragung des Inhalts muss ein SEO-Experte alles nochmals gründlich ueberprüfen. Ausserdem muss eine Keyword-Recherche durchgefuehrt und die am häufigsten gesuchten Begriffe ausgewaehlt werden. Die Entscheidung, eine Website zu uebersetzen, hilft also nicht nur, Bussgelder zu vermeiden, sondern auch die Besucherzahlen zu steigern.

Wie man die Standardsprachversion der Website einrichtet

Gemaess dem neuen Gesetz muss die ukrainischsprachige Version der Website den Nutzern standardmaessig angezeigt werden. Dabei ist es völlig egal, über welchen Kanal sie auf die Seite gelangt sind: über einen Referral-Link, eine Anzeige oder organischen Traffic.

Den Nutzer beim ersten Besuch auf die richtige Version weiterleiten kann man mithilfe eines Redirect 302.

Das wird durch die Ueberpruefung folgender Daten ermöglicht:

  • Standort (IP);
  • Cookie-Dateien, die für die Sprache zustaendig sind;
  • die Sprache der angeforderten Seite.

Jeder Besucher kann die Website in eine andere Sprache umschalten. Diese Information wird in Cookies gespeichert, und beim nächsten Besuch wird die Website in dieser Sprache angezeigt. Mit anderen Worten: Es wird die Sprachversion angezeigt, die der Nutzer beim letzten Mal gewaehlt hat. Diese Daten kann man in der Kommandozeile der Chrome DevTools einsehen, indem man zur Registerkarte “Application” wechselt.

Solarweb bietet SEO-Dienstleistungen für mehrsprachige Websites an. Kontaktieren Sie uns über eine unserer Telefonnummern, um sich beraten zu lassen und weitere Informationen zu erhalten.

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