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Was ist viraler Content

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Viraler Content — das sind Inhalte, die sich mit rasanter Geschwindigkeit durchs Netz verbreiten, indem sie von einem Nutzer zum nächsten weitergegeben werden.  Dabei wird der Drang zum Teilen durch die Emotionen ausgelöst, die beim Ansehen entstehen. Viral gehen kann so ziemlich alles: ein Social-Media-Post, ein Artikel in einem Online-Magazin, ein Bild, ein Video und vieles mehr.

Viele glauben fälschlicherweise, dass man nur einen interessanten Beitrag erstellen muss und er sich von allein verbreitet. In Wirklichkeit besteht viraler Content zu 20 % aus einem clever gewählten Format und zu 80 % aus der Promotion. Anders gesagt: Wenn du ein erfolgreicher Content Creator werden willst, mach dich darauf gefasst, dass du für eine massenhafte Verbreitung bestimmte Maßnahmen ergreifen musst.

Es gibt eine klare Tendenz, welche Inhalte am häufigsten viral gehen:

  1. Skandalöse Inhalte. Besonders diverse Epic Fails, an denen Stars beteiligt sind. Zum Beispiel Stürze auf dem roten Teppich, entblößte Körperteile und dergleichen. Ein Video, das zuletzt viral ging: Will Smith ohrfeigte Chris Rock bei der Oscar-Verleihung.
  2. Lustige Inhalte. Der Mensch ist so gestrickt, dass er viel lieber positive Emotionen teilt als negative. Deshalb entfällt der größte Anteil aller viralen Inhalte im Internet auf lustige Videos und Bilder.
  3. Kontroverse Inhalte. Wenn in einem Post oder Video strittige Themen angesprochen werden, lösen sie unweigerlich eine Diskussionswelle aus. Die Leute wollen ihre eigene Meinung äußern und die anderer erfahren.
  4. Einbeziehende Inhalte. Das sind allerlei Flashmobs und zum Handeln auffordernde Beiträge: „Schick das an 10 Freunde und du wirst dieses Jahr reich.” Außerdem nahmen Mitte der Zehnerjahre viele an der Ice Bucket Challenge teil, bei der man sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf schütten musste. Berühren kann Menschen vieles: von süßen Kätzchen bis hin zu heldenhaften Rettungsaktionen.
  5. Aktuelle Inhalte. Der Löwenanteil dessen, was man viralen Content nennt, berührt brisante gesellschaftliche Themen.
  6. Beeindruckende Inhalte. Wenn wir etwas Erstaunliches und Unglaubliches sehen — wie könnte man das nicht teilen?

Wichtig! Oft wird solcher Content absichtlich erstellt, um die Bekanntheit einer Person, eines Produkts, einer Marke oder einer Dienstleistung zu steigern. Wenn die Idee erfolgreich umgesetzt wird, bringt diese Art der Promotion unbestreitbare Vorteile in Form von neuen Kunden, Leads oder Abonnenten. Aber das Wichtigste — sie hilft, Popularität zu erlangen.

Allerdings sollte man mit Beiträgen, die einen negativen Charakter haben, vorsichtig sein. Ihre massenhafte Verbreitung kann das Gegenteil bewirken: Unmut der Leute, Rufschädigung, Aufnahme in die Liste der „unerwünschten Personen”. Man denke nur daran, wie kürzlich ein Video viral ging, in dem ein lebendes Schwein in eines der größten Tattoo-Studios in Kiew gebracht wurde, um ihm ein Tattoo über den ganzen Rücken zu stechen. Daraufhin sahen sich der Inhaber und die Mitarbeiter des Studios einer Welle von Hass ausgesetzt. Empörte Bürger vernichteten die Bewertung des Studios auf Google und ließen alle Social-Media-Seiten sperren.

Vorteile von viralem Content

Einer der wichtigsten Pluspunkte ist der Gewinn an Popularität. Falls dein Beitrag eine breite Verbreitung findet, bist du im Vorteil. Für öffentliche Persönlichkeiten bedeutet das noch mehr Bekanntheit, mehr Abonnenten, mehr Fans und mehr Erwähnungen in den Medien. Für Marken — rasantes Umsatzwachstum, Ausbau der Kundenbasis, Loyalität der Zielgruppe und so weiter.

Ein weiterer Vorteil ist die Autonomie dieser Art von Promotion. Denn sie funktioniert dank der Menschen, die Emotionen erlebt haben und beschlossen haben, den Beitrag/das Bild/das Video zu teilen. Viraler Content kann endlos von Nutzer zu Nutzer weitergegeben werden und spart dem Urheber so Werbekosten.

Wenn der Stunt gelingt, ist das Ergebnis überwältigend. Aber man sollte nicht denken, dass es reicht, einfach ein cooles Video hochzuladen. Die sogenannte Viralität entsteht durch Schweiß und Blut eines großen Teams. Marketer, Kreative, Redakteure und sogar Psychologen arbeiten gemeinsam daran, die Bedürfnisse der Nutzer zu ermitteln. Die übrigens von Jahr zu Jahr anspruchsvoller werden.

Anschauliche Beispiele für viralen Content

Darüber könnte man ewig reden. Aber schauen wir uns lieber konkrete Beispiele von Inhalten an, die einmal viral gegangen sind. Übrigens lösen viele davon immer noch Interesse bei den Nutzern aus, wenn auch deutlich weniger. Das berühmte Ei, über das weiter unten die Rede sein wird, sammelt bis heute Likes und Kommentare.

Das Ei, das über 55 Millionen Likes auf Instagram bekam

Bis zum 4. Januar 2019 hätte sich niemand vorstellen können, dass ein gewöhnliches Hühnerei über 55 Millionen Likes bekommen könnte. Doch der 29-jährige Werbefachmann Chris Godfrey bewies, dass das durchaus möglich ist. Er erstellte den Instagram-Account @world_record_egg und postete ein Foto eines Hühnereis. Ziel des Experiments war die Promotion der amerikanischen Streaming-Plattform Hulu und der Wunsch, den Rekord von Kylie Jenner zu brechen. Als Verbreitungsmechanismus wurde der Aufruf gewählt, etwas Dummes und Verrücktes zu tun. Innerhalb von nur 10 Tagen sammelte der Post rund 25 Millionen Herzen, und aktuell sind es fast 56 Millionen.

Ein Twitter-Videopost, der zu Tränen rührte

Als viraler Content kann auch dieser Post auf Twitter bezeichnet werden, den Studenten aus Missouri veröffentlichten. Im Video sieht man einen Professor und einige traurige Studenten in einem für eine Party geschmückten Hörsaal. Oben steht: „Unser Professor hat statt der Prüfung eine Party organisiert, aber niemand ist gekommen.” Den Beitrag sahen über 8 Millionen Nutzer und er wurde rund 70.000 Mal geteilt. Dieser Erfolg kam zustande, weil der Post starke Emotionen auslöste: Den Leuten tat der gutmütige Professor leid. Später enthüllten die Studenten allerdings ihren Plan und erzählten, dass der Tweet Teil einer Hausaufgabe war.

Der Zusammenbau eines Hybrids aus Saporoschez und Porsche

Im Jahr 2019 ging im russischsprachigen Twitter ein Video vom Zusammenbau eines Wunderautos viral — eines Hybrids aus Saporoschez und Porsche. Diese Idee kam talentierten belarussischen Mechanikern in den Sinn. Das Ergebnis: über 60.000 Reposts in kurzer Zeit. Dieser virale Content brachte seinem Schöpfer — dem bekannten belarussischen Customizer Juri Schif — großen Nutzen. Der Mann gewann noch mehr Popularität und sein Kundenstamm wuchs um ein Vielfaches. Er baut Autos und Motorräder nach individuellen Aufträgen.

Olympische Spiele für Kinder

Ein süßes Video darüber, wie die Olympischen Spiele aussehen würden, wenn Kinder an den Wettkämpfen teilnähmen, kam 2017 heraus und verbreitete sich blitzartig. Aktuell hat es über 65 Millionen Aufrufe auf YouTube. Ziel war die Promotion der Medienplattform Olympic Channel. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten, denn diese Art viraler Content trifft besondere Saiten der Seele. Pummelige Kleinkinder in Erwachsenenrollen rühren, heben die Stimmung und zaubern ein Lächeln ins Gesicht.

„Das Kleid des Streits”

Wir sind uns sicher: Es gibt kaum jemanden, der 2015 nicht an der Debatte teilgenommen hat — welche Farbe hat das Kleid auf dem Bild? Die einen behaupteten steif und fest, es sei weiß-gold, die anderen sagten, das Outfit sei schwarz-blau. Aber woher dieser virale Content eigentlich kam, wissen nicht alle. Er wurde auf der Microblogging-Plattform Tumblr von einem völlig unbekannten Nutzer hochgeladen. Von dem Moment an beteiligten sich alle an der Diskussion — von normalen Nutzern über Stars bis hin zu Politikern. Und den Gewinn daraus zog der Designer: Buchstäblich am nächsten Tag waren alle Kleider aus dem Bild ausverkauft.

Die erfolgreichsten Kategorien viralen Contents

Die Experten der Online-Marketing-Plattform Buzzsumo analysierten 100 Millionen Posts aus den Jahren 2017–2018 aus verschiedenen sozialen Netzwerken. Ziel war es, Mythen über die Viralität von Inhalten zu widerlegen und die Kategorien zu ermitteln, in denen viraler Content am häufigsten vorkommt.

Die Ergebnisse waren überraschend:

  • Der größte Anteil an Reposts entfällt auf Musik und Videos.
  • Ein Viertel aller am meisten geteilten Inhalte verdankt seinen Erfolg dem Gefühl von Mitleid, Mitgefühl und Bewunderung. Rund 17 % lösen positive Emotionen und Lachen aus, und 15 % sind Unterhaltungscontent.
  • Unter den Textbeiträgen erfreuen sich längere Artikel — ab 3.000 Zeichen — der größten Beliebtheit.
  • Von allem analysierten Material lösen nur 70 % beim Publikum den Wunsch aus, es zu teilen.

Wichtig! Positiv ist zu vermerken, dass die Nutzer mehr Beiträge teilen, die Studien enthalten oder an Studien erinnern. Das zeigt, dass der Wissensdrang der Nutzer zunimmt. 

Wie man viralen Content erstellt

Nützliche Empfehlungen für Content Creator:

  1. Überlege dir das Format gut: Text, Video, Audio oder Infografik.
  2. Denk dir eine Überschrift aus, die fesselt. Es sollte etwas Spannendes, Attraktives und Einprägsames sein.
  3. Wenn du einen Artikel schreibst, tu es so, als würdest du deinen engsten Freunden Geheimnisse verraten.
  4. Bei Textbeiträgen ist es gut, wenn sie mit visuellen Elementen ergänzt werden. Verwende Fotos, Bilder, GIFs und anderes, was hilft, den Artikel anschaulicher zu machen und das Lesen zu erleichtern. Je besser der Text gestaltet ist, desto größer ist die Chance, viralen Content zu schaffen.
  5. Versuche, beim Nutzer Emotionen auszulösen. Dabei ist es völlig egal, ob positive oder negative. Im ersten Fall will der Mensch das Positive mit anderen teilen. Im zweiten Fall — Unterstützung für seine Empörung finden.
  6. Am besten kommen bei den Nutzern brisante, aktuelle und provokante Themen an. Allerdings sollte man besser keine nehmen, die schon seit Tagen diskutiert werden. Ausnahme: Es sind neue Fakten aufgetaucht.
  7. Wenn du Anleitungen erstellst und Fragen deiner Zielgruppe beantwortest, tu es wie ein Experte. Aber achte darauf, nicht aufdringlich zu wirken — Wichtigtuer mag niemand.
  8. Beim Erstellen von viralem Content ist es eine hervorragende Idee, sich in den Leser hineinzuversetzen und die Geschichte aus seiner Perspektive zu erzählen. So findet der Beitrag noch mehr Anklang in den Herzen der Menschen. Viele erfolgreiche Content Creator setzen auf Storytelling. Diese Methode wird im Marketing eingesetzt, um Informationen wirkungsvoller zu vermitteln.
  9. Die Suche nach neuen Themen für Beiträge sollte ununterbrochen sein. Du musst vor allen anderen Inhalte veröffentlichen, über die noch niemand gesprochen hat.
  10. Vergiss die Promotion nicht: Ein Post verbreitet sich nicht von allein.

Content-Arten zur Traffic-Gewinnung auf der Website

Wenn du mehr Traffic auf deine Website bringen willst, solltest du Inhalte wählen, die den aktuellen Trends entsprechen:

  • Allerlei Lifehacks, Anleitungen und Guides verlieren nie an Aktualität. Solche Artikel sollten die Frage „Wie?” beantworten. Zum Beispiel: „Wie man zu Hause eine Avocado züchtet”, „Wie man Essen für Instagram fotografiert: Expertentipps” oder „Wie man viralen Content erstellt”.
  • Interviews mit hochqualifizierten Fachleuten und Experten auf ihrem Gebiet.
  • Nützliche Artikel mit Tipps zu ansprechenden Instagram-Posts. Zum Beispiel: „Kinderleicht? Geheimnisse für fesselnden Content.” Achte auf den faszinierenden Titel — so einen Link lässt kein Nutzer aus. Probiere dich auch an Rezensionen und Kritiken. Viele Nutzer suchen vor dem Kauf nach Bewertungen im Internet. Die Veröffentlichung von Expertenmeinungen kann ordentlich Traffic auf die Website bringen.
  • Eine ausgezeichnete Option sind Case Studies, die es erlauben, die Zielgruppe in der Praxis mit dem Unternehmen vertraut zu machen. Es sollte einen FAQ-Bereich geben. Wähle Fragen, die einem Website-Besucher in den Sinn kommen könnten, und beantworte sie. Dabei ist Kürze Pflicht — vermeide Fülltext. Ein Q&A-Bereich ist auch nützlich für bessere Rankings bei Google, denn solche Abschnitte lieben die Suchmaschinen. Wie bereits erwähnt, mögen die Nutzer am liebsten lange Artikel. Nutze das Longread-Format mit viel Text, aufgeteilt durch Grafiken.
  • Erstelle verschiedene Rankings und Top-Listen. Sie sind bei den Nutzern sehr beliebt, dank ihrer Knappheit und Informationsdichte. Ein anschauliches Beispiel sind Top-Listen der beliebtesten Serien, Filme oder Bücher. Auch das Erstellen eines eigenen E-Books des Unternehmens kann beim Traffic helfen. Als Grundlage sollte man die eigene Branche und die eigene Erfahrung nehmen. Ein Experten-E-Book hilft, einen positiven Ruf bei der Zielgruppe aufzubauen. Es kann für den Newsletter an Abonnenten genutzt werden und ist auch ein tolles Geschenk für Kunden.

Ideenquellen für viralen Content in sozialen Netzwerken

Hier sind die einfachsten Inspirationsquellen für die Erstellung von viralem Content:

  1. Regelmäßiges Monitoring von Nachrichten, die mit deiner Branche zu tun haben. Priorität haben brisante, skandalöse und provokante Themen. So kann man Gesprächsstoff schaffen und eine Diskussionswelle auslösen. Zum Beispiel: Vor Beginn der russischen Großinvasion in die Ukraine machte Lesja Nikitjuk ihre Instagram-Bildunterschriften in zwei Sprachen — auf Ukrainisch und Russisch. Die Abonnenten waren empört.

  1. Nutze spezielle SMM-Tools. Sie unterstützen die Promotion von Social-Media-Seiten und vereinfachen die Arbeit mit Beiträgen erheblich. Die Funktionen sind bei fast allen Programmen gleich. Einige haben sogar fertige Posts zu verschiedenen Themen. Man muss nur den vielversprechendsten in Sachen Verbreitung auswählen und den viralen Content starten. Eine weitere nützliche Funktion ist das zeitversetzte Posten. Damit ist es viel einfacher, einen Content-Plan zu erstellen und einzuhalten. Denn bei der Promotion ist Regelmäßigkeit enorm wichtig. Besonders wenn in nächster Zeit ein voller Terminkalender ansteht oder umgekehrt ein Urlaub in warmen Gefilden.

  1. Verfolge die Beiträge der Konkurrenz in sozialen Netzwerken, auf Websites, in Foren und Blogs. Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dabei auf Unstimmigkeiten, Fehler oder offene Lügen zu stoßen. Dann bringt man das Thema einfach zur allgemeinen Diskussion — und voilà, der virale Content ist fertig! Lies die aktuellsten Experten und lass dich von ihnen inspirieren. Auf die Meinung dieser Leute hört die Zielgruppe am meisten. Die Aufmerksamkeit der Leser kann man gewinnen, indem man die Meinungen von Experten in eigenen Beiträgen kritisiert, weiterentwickelt oder mit Argumenten untermauert.

Wie man sieht, ist viraler Content harte und akribische Arbeit. Natürlich gibt es Ausnahmen, und manche Beiträge schaffen es ohne großen Aufwand in die Trends. Aber in den meisten Fällen müssen sich Content Creator ordentlich ins Zeug legen. Hauptsache — Entschlossenheit, kreatives Denken und Zielstrebigkeit.

Noch mehr nützliche Artikel findest du im Blog von Solarweb.

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